Klangwunder mit Systembindung: Warum die Galaxy Buds 4 Pro nicht für alle gleich gut sind


Samsung hat mit den Galaxy Buds 4 Pro eindrucksvoll bewiesen, dass True-Wireless-In-Ears sowohl technologisch als auch klanglich auf höchstem Niveau sein können. Bereits beim Auspacken fällt das hochwertige, minimalistische Design auf – die Ohrhörer mit Stiel wirken edel, liegen sicher im Ohr und lassen sich durch Druck- und Wischgesten am Stiel einfach bedienen. Die Ladeschale ist nicht nur klein und handlich, sondern bietet auch ausreichend Kapazität, um die Hörer unterwegs mehrfach nachzuladen.

Ein großes Plus ist die IP57-Zertifizierung. Diese schützt die Buds 4 Pro nicht nur vor Staub, sondern auch vor versehentlichem Eintauchen in Wasser bis zu einem Meter Tiefe für kurze Zeit. Damit sind sie deutlich robuster als viele Konkurrenzprodukte im gleichen Preissegment. Wer gerne im Regen joggt oder viel unterwegs ist, wird diese Eigenschaft zu schätzen wissen.

Doch das Herzstück der Kopfhörer ist die Klangqualität. Samsungs Ingenieure haben hier ganze Arbeit geleistet: Der Bass ist tief, aber kontrolliert, die Mitten wirken natürlich und die Höhen sind detailreich, ohne zu schneiden. Im direkten Vergleich mit den Vorgängern oder sogar den Galaxy Buds 3 Pro fällt auf, dass die aktive Geräuschunterdrückung (ANC) noch einmal zugelegt hat. Während die Buds 3 Pro im Test nur eine Dämpfung von etwa 21 dB erreichten, schaffen die Buds 4 Pro im Schnitt 25 dB. Das ist ein spürbarer Unterschied – insbesondere in lauten Umgebungen wie Großraumbüros, Flughäfen oder öffentlichen Verkehrsmitteln.

Die Akkulaufzeit von sechs Stunden bei eingeschaltetem ANC ist akzeptabel, aber nicht herausragend. Viele Wettbewerber bieten hier sieben bis acht Stunden. Allerdings gleicht die Ladeschale diesen Nachteil weitgehend aus, da sie mehrere volle Ladungen ermöglicht. Wer das ANC ausschaltet, kann mit längeren Laufzeiten rechnen.

Die größte Schwäche der Galaxy Buds 4 Pro liegt jedoch nicht in der Hardware, sondern in der Software: Die tiefe Integration ins Samsung-Ökosystem macht einige Features exklusiv für Galaxy-Smartphone-Besitzer. Dazu gehören bestimmte Audiocodecs für hochauflösendes Streaming, die automatische Geräteumschaltung oder erweiterte Einstellungen in der Wearable-App. Wer ein Nicht-Galaxy-Android oder gar ein iPhone nutzt, muss auf diese Annehmlichkeiten verzichten. Das ist schade, denn technisch gesehen wären die Buds 4 Pro auch für diese Nutzergruppe hervorragend geeignet.

Unterm Strich bleibt ein hervorragendes Produkt mit einem klaren Anforderungsprofil: Für Galaxy-Nutzer sind die Buds 4 Pro ein Volltreffer – Note 1,5 im Test (453 von 500 Punkten). Für alle anderen sind sie zwar immer noch gute Kopfhörer, aber der hohe Preis von rund 249 Euro ist dann möglicherweise schwerer zu rechtfertigen. Wer also ein Samsung-Smartphone besitzt, kann bedenkenlos zugreifen. Wer nicht, sollte Alternativen in Betracht ziehen.

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